Musiklexikon: Was bedeutet Imbroglio?

Imbroglio (1879)

Imbroglio (italienisch), Taktschwenkung; die vorgeschriebene, von der bisherigen abweichende Akzentuation einiger Sätze eines Tonstücks, wodurch die ursprüngliche Taktart nicht sowohl verändert, als nur verwischt und ein gewisses Schwanken des Taktes hervorgerufen wird; zeitweises Einmischen einer fremden Taktart; auch rhythmische Rückung. [Riewe Handwörterbuch 1879, 126]

Imbroglio, Confusion (1840)

Imbroglio (ital.), Confusion (franz.), Verwirrung, Gewirr, nennt man die in einem Satz vorkommende Einmischung einer entgegengesetzten Taktart, wodurch die erstere verwischt und entweder ein anderer Rhythmus oder ein Schwanken des Takts hervorgebracht wird - zu einer Stimme im 3/4-Takt z. B. eine andere, die durch Einsatz und Bindungen den Anschein des 4/4-Taktes erhielte. Siehe Beispiel [links] aus Beethovens zweitem Quartett, Op. 59, und Beispiel [rechts] aus dessen Eroica, erstes Allegro.

Imbroglio, Beispiele Beethoven

Imbroglio, Beispiele Beethoven

In Chopins Mazurken ist dergleichen viel zu finden. Auch das Tempo rubato gehört hieher. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 225]