Musiklexikon: Was bedeutet Ais?

Ais (1807)

Ais. So wird die elfte Saite unserer diatonisch-chromatischen Tonleiter genannt, wenn sie die um einen halben Ton erhöhte A-Stufe oder die große Terz von fis oder die reine Quinte von dis ist. Wird aber diese Saite zur Intonation des um einen halben Ton erniedrigten Tones h gebraucht, so wird sie b genannt und macht in diesem Falle zu g die kleine Terz oder zu es die reine Quinte. [Koch Handwörterbuch Musik 1807, ]

A♯, ais (1882)

A♯ = ais, das um einen Halbton erhöhte a.
Ais (Riemann 1882)

Dann aber im Anschluss an die Generalbassbezifferung […] so viel wie der Dreiklang von a mit erhöhter Terz, d. h. A-Dur-Akkord, und endlich A-Dur-Tonart. Im Gegensatz dazu bedeutet a♮ oder a♭ den A-Moll-Akkord oder die A-Moll-Tonart. Doch ist diese Bezeichnungsweise keineswegs allgemein und zufolge ihrer Mehrdeutigkeit nicht empfehlenswert. Vergleiche Klangschlüssel. [Riemann Musik-Lexikon 1882, 2]

Ais (1840)

Ais, der durch ein Kreuz [♯] erhöhte Ton A; hat in unserem temperierten Tonsysteme das Verhältnis 9/16. Ais-Dur und Ais-Moll sind als Tonarten nicht gebräuchlich, weil sie nur enharmonisch - erstere von B-Dur und letztere von B-Moll - verschieden sind. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 10]

Ais (1802)

Ais ist der Name der elften Saite unserer diatonisch-chromatischen Tonleiter, im Fall sie z. B. zu fis die große Terz oder zu dis die Quinte macht. Sie führt auch den Namen b - und in diesem Falle ist sie die kleine Terz von g oder die Quinte von es usw. (siehe den Artikel B). Als Grundton der harten [Dur] und weichen [Moll] Tonart braucht man diese Saite nur als b, weil sie als ais zu viele Erhöhungen der Töne durch Kreuze notwendig macht.

Wenn wir den Ton C als den Ton der ganzen Saite annehmen, so geben 9/16 dieser Saite den Ton ais in derjenigen Größe, in welcher er in unserem temperierten Tonsysteme ausgeübt wird.(1)

1 Der Ton ais sollte eigentlich als übermäßige Sexte von C das Verhältnis 128/225 und b zu c als kleine Septime das Verhältnis 5/9 haben. Weil aber ais sowohl zu fis die große als auch zu g die kleine Terz machen muss, so wird ihr als b oder als kleine Terz von g etwas weniges abgezogen. Als ais oder las große Terz zu fis hingegen wird ihr etwas weniges zugesetzt, so dass ais und b nur eine einzige Saite ausmachen.

[Koch Musikalisches Lexikon 1802, 94]